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Detlef Teich - 13.06.2009

Ermutigung

Ich bin es Leid,
Du bist es Leid.

Wie schön,
da sind wir schon zu zweit.




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Detlef Teich - 26.05.2009

den kopf frei haben

denkopfvollhaben
denkopf    haben
denko        ben
denk          en
denk          en
denk          en



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Detlef Teich - 18.05.2009

Stanzen

Der Verseschmied ward arbeitslos,
drum hat er sich neu orientiert.
Nun arbeitet er feuerlos
am FlieĂ?band – es läuft wie geschmiert.
Trennt Teile nun aus StĂĽcken bloĂ?,
es wird nichts Neues mehr kreiert.
So ist heut Kunst im GroĂ?en Ganzen:
nicht Schmieden, sondern Stanzen.




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Detlef Teich - 15.05.2009

Frage an einen in sich gekehrten Menschen und Antwort desselben

Hey – was du stieren?
Psst – ich studieren1 .


















1 Dabei Kopf schĂĽtteln, da es sich um einen SchĂĽttelreim handelt.




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Detlef Teich - 15.05.2009

Terz machen

Der Krähen Krächzen – nichts, wonach wir lechzen,
Der Raben Kolken – Missklang unter Wolken,
Als Meister Hämmerlein jeden Specht sehn.

Es brĂĽllt das Rindvieh, wird’s zu spät gemolken.
Es quiekt das Schwein, lässt man’s zu lang allein.
Es grölt das Kind mit seiner Barbie: Toll Ken!

Es stöhnt der Raucher, nimmt man ihm ein Bein.
Ein Hummer röchelt, wenn der Topf nur köchelt.
Allein der Aal ist stumm in seinem Schleim!

Ach, endlich Ruhe – und man lächelt!




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Detlef Teich - 14.04.2009

Zur deutschen Ei-heit

Nach dem Fall der Mauer
dachte mancher Bauer,
es sei die Zeit fĂĽr’s Osterei
nun ein fĂĽr alle Mal vorbei.

Und umbenannt in Windeseile
wurden nun die Festtagsteile.
Doch hat sich – ja es bleibt dabei-
nicht durchgesetzt: das Westerei.




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Detlef Teich - 30.03.2009

Stadt

Haufen Menschen.
Haufen Hunde.
Haufen Haufen.




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Detlef Teich - 25.03.2009

bald ostern

drahtig
der keckblaue krokus
dem sturm trotzend ohne dornen:
frĂĽhlingskrone des rasens




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Detlef Teich - 24.03.2009

klassentreffen

damals, weiĂ?t du noch wie wir
ich hätte gerne noch ein bier
und als der, wie hieĂ? der gleich,
davon wird man zwar nicht reich
meine frau, wir sind getrennt
glaube nicht, dass der mich kennt
ich hätte gerne noch ein bier
wie heiĂ?t der mensch da neben dir
was macht denn jetzt der jörn
dürfte ich ganz kurz mal störn
ach man schlägt sich halt so durch
mein mann lebt jetz in brandenburg
ja, nach der wende, jetzt nicht mehr
heut fällt mir das nicht schwer
zwei obstler, fräulein, und ein wein
das war halt so, da hatt’ ich schwein
danke nein, ich trinke nicht,
sieben stunden, meistens schicht
fehln nicht viele, höchstens vier
ich hätte gerne noch ein bier
weiĂ?t du noch, wie wir damals
ach, hab ich ‘nen trocknen hals
ich hätte gerne noch ein bier
und mit dem lehmann haben wir
alter, hat das spaĂ? gemacht
die, die hat sich umgebracht




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Detlef Teich - 23.03.2009

nach 25 jahren

klassentreffen
aufeinander.
funktioniert
allein
beim
klassentreffen.




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Detlef Teich - 07.03.2009

Epigramme (fĂĽr Lessing)

I
Es zeugt von Geistesschärfe,
Lessings Sinngedicht.
man nennt es EpiGRAMM,
jedoch es hat Gewicht.

II
Ja! Lessing lesen lehrt den JĂĽngling
präzise auf den Punkt zu schreiben,
dichtend denken, durchzublicken:
wahren Witz von Wahn zu scheiden.




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Detlef Teich - 20.02.2009

Warnung

Sprichst Du den Imbissbudenmann
versehentlich mal unwirsch an,
dann schreit er laut aus seinem Schalter:
“Ich mach dich fettich, Alter.”




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