Detlef Teich - 18.05.2009
Stanzen
Der Verseschmied ward arbeitslos,
drum hat er sich neu orientiert.
Nun arbeitet er feuerlos
am Fließband – es läuft wie geschmiert.
Trennt Teile nun aus Stücken bloß,
es wird nichts Neues mehr kreiert.
So ist heut Kunst im Großen Ganzen:
nicht Schmieden, sondern Stanzen.

3 Kommentare zu "Stanzen"
Sep 11, 20:48
Das gefällt mir ausgesprochen gut, wie einige andere Gedichte auch. Bist Du Werbetexter? Der Inhalt des Gedichtes würde gut dazu passen.
Sep 12, 11:17
In “wer” kann mans erfahren:
Ich arbeite nicht an der Verbreitung von Waren,
sondern gerne (und wenig verbissen)
an der Verbreitung von Wissen.
Sep 12, 13:58
Da hab ich mich wohl geirrt,
das Gedicht kam mir autobiografisch vor.
Es zeigt, wie man Literatur profanisiert
und scheichelt meinem Ohr.