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Detlef Teich - 20.03.2010

Der Pfarrer aus Emden ...

Ein Thema1 mit Variation2

Der Pfarrer aus Emden
Stärkt seine Hemden
Mit eigenem Samen
Amen

I
Der Pater aus GieĂ?en
Sprengt seine Wiesen
Mit Sperma, das kann er.
Hosianna

II
Der Vikar aus Xanten
Hat zwei Ministranten
Unterm Talar
Halleluja

III
Der Kaplan aus Tornow
Schaut Kinderfilme
Mit Knaben vom Vorjahr
Gloria

IV
Aber auch:
Dem Lehrer im Odenwald
Werden die Hoden kalt.
Vor Angst wird ihm schlecht
Und das zu Recht!

1 Die erste Strophe ist Volksmund, frei zitiert nach Peter RĂĽhmkorf “Ă?ber das Volksvermögen”

2 Weitere Variationen finden sich hier




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Detlef Teich - 24.02.2010

Selige Sehnsucht (Goethe)

Der folgende Text von Goethe liegt in einer Audiocollage vor. Gelesen wird der Text von Personen, die den Text vorher nicht kannten. Die Montage folgt dem Text linear. Es wurden ausschlieĂ?lich die O-Töne verwendet. Ansatz war eine akustische Interpretation, die die Versprecher/ Verleser/ Kommentare der Vortragenden aufgreift und damit zum Kern des Textes vorzudringen versucht …

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Sagt es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet,
Das Lebend’ge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.

In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
�berfällt dich fremde Fühlung,
Wenn die stille Kerze leuchtet.

Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung,
Und dich reiĂ?et neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.

Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du, Schmetterling, verbrannt.

Und solang du das nicht hast,
Dieses: “Stirb und werde!”
Bist du nur ein trĂĽber Gast
Auf der dunklen Erde.

anhören:

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Detlef Teich - 06.01.2010

Hundekälte

Schnee fällt satt,
gleich schöner die Stadt.
Doch bald alle Ecken
voll gelber Flecken.
Und wir wissen
Hunde pissen.




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Detlef Teich - 01.01.2010

Hoffe ich

Das Helle da in meinem Haar?
Das ist nur Schnee vom letzten Jahr.
Das ist der Schnee, der nicht mehr taut.
Ich geb es zu: bin leicht ergraut!

Doch macht mich dies kein bisschen ärmer!
Denn wird auch die Erde wärmer,
Mein Kopf wird mit der Zeit zwar älter,
Aber gleicherma�en kälter.

Und so werd ich mit den Jahren
Immer kĂĽhlen Kopf bewahren.




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Detlef Teich - 10.11.2009

Inderview

oder: was Wallraff weiter plant

Ein Inder sprach zum Inder: Du
wir machen jetzt ein Inderview.
Ich hätte gern von Dir gehört,
was dich an den Deutschen stört.

Ich gebe dir kein Inderview!
Du mich verhöhnst – lass mich in Ruh!

Doch da sprach der erste Inder:
Schau her, ich bin der Wallraff GĂĽnter.
Das heiĂ?t, ich bin auf Deiner Seite,
weshalb ich mich so gern verkleide.
Hab wieder mal mein Ich gewechselt,
bin nun ein Inder, der stark sächselt.
Und stell Dir vor, was mir passiert:
Ich werde schwer diskriminiert!!
Und deshalb werde ich nicht ruhn
und ganz Deutschland inderviewen.
Denn glaub mir: meine Inder-Sicht
gab’s hierzuland bisher noch nicht!
Die Minderheit sächselnder Inder
hat noch keine Lobby und ich bin der
erste dem das auffällt,
weswegen mich keiner aufhält
einen Film draus machen.
Da gibts gar nichts zu lachen!!




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Detlef Teich - 26.09.2009

o.t.




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Detlef Teich - 27.08.2009

Beziehungsgrammatik

I
Wenn er sagt: Ich bin
zu dir zurĂĽckgekehrt!
Bedeutet das: Er ist
zu ihr zurĂĽckgekehrt
worden.

II
Sie denkt: Einst war er lasziv –
heut’ ist er nur noch passiv.




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Detlef Teich - 18.08.2009

Der Dichter hat die Papierdichte seines Arbeitszimmers zu verringern versucht (im Volksmund nennt man diesen Prozess aufräumen ) und ist dabei auf einen älteren Text gesto�en, der hiermit dem Vergessen entrissen werden soll. Eines zeigt sich deutlich: der Dichter hat schon vor Jahren alles besser gewusst ( ugs. Klugschei�er ) ...

Hier also in der Rubrik “Kinderkram”: Das weiĂ? ich genau

alles lesen ...

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Detlef Teich - 13.07.2009

Ballade

Pass. Foul.
Gebrochener Zeh.
Ball ade.




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Detlef Teich - 12.07.2009

SonntagsfrĂĽhstĂĽck im Freien

Sonne scheint.
Käse weint.




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Detlef Teich - 23.06.2009

ruhe

allein gelassen?
nein!
gelassen. allein.




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Detlef Teich - 15.06.2009

Chovinistisches

I
Geständnis

Ja, ich bin ein Chovinist,
wofür ich mich nicht schäme.
Denn ich ess’ zum FrĂĽhstĂĽck gern,
Toast an Anchovis-creme.

II
Fisches Leid

Der Anchovis ist als Fisch,
wenn er bei uns ist, nicht mehr frisch,
worĂĽber der Anchovis
natĂĽrlich nicht sehr foh ist.

III
Tipp 1

Riechst du aus deiner Hosen
kräftig nach Anchosen
und hast kein’ Fisch in deiner Taschen –
dann solltest du dich waschen!

IV
Ohne Mitleid

Jeder gute Christ,
auch gern Anchovis isst,
doch sieht er nicht des Fischleins Träne:
denn ein Christ issts nur als Creme.

V
Tipp 2

Verwechsle nie die Feuchtigkeits-
mit der Anchoviscreme,
denn dies fĂĽhrt selbst im Freundeskreis
zu reichlich Spott und Häme.




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